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Kosten für die Kinderbetreuung absetzen

Kümmert sich ein Au-pair um die Betreuung der Kinder, sind die Kosten als Sonderausgaben absetzbar – allerdings nicht komplett. Absetzbar sind zwei Drittel der Kosten, maximal aber 4.000 Euro pro Jahr und Kind. Das Kind muss im Haushalt der Eltern wohnen und darf maximal 14 Jahre alt sein. Für Kinder mit Behinderung gilt die Altersgrenze nicht. Darüber hinaus kann ein Teil der Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung abgesetzt werden: Immerhin bis zu 20 Prozent der Kosten, maximal aber 4.000 Euro pro Jahr.

Wichtig:

Falls Sie keinen Vertrag aufsetzen, geht das Finanzamt automatisch von einer 50 Prozent-Aufteilung aus – also 50 Prozent der Zeit für die Kinderbetreuung, 50 Prozent für den Haushalt. Weicht die Aufteilung davon ab, sollten Sie unbedingt einen Vertrag aufsetzen. Denn ab zwei Kindern können Sie ja auch höhere Kosten für die Betreuung absetzen. Allerdings akzeptiert das Finanzamt nur einen Anteil von bis zu 80 Prozent für die Kinderbetreuung. Um die Kosten für das Au Pair in maximaler Höhe beim Finanzamt von der Steuer absetzen zu können, sollten Sie daher im Au-Pair-Vertrag dokumentieren, dass ein möglichst hoher Zeitanteil vom Au Pair auf dieKinderbetreuung entfällt (zum Beispiel 80 % Kinderbetreuung und 20 % leichte Hausarbeiten). Diese Kosten für ein Au-pair sind absetzbar: Geltend machen kann neben der Vermittlungsgebühr auch das monatliche Taschengeld, Kost und Logis und weitere Ausgaben wie Fahrtkosten für öffentliche Verkehrsmittel, den Zuschuss für einen Sprachkurs und Prämien für die Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung.

ÜBRIGENS:

Sie fragen sich, wie Sie Kost und Logis berechnen können? Es gibt jedes Jahr eine Liste der amtlichen Sachbezugswerte für freie Unterkunft und Verpflegung. So können Sie 2016 bei einem volljährigen Arbeitnehmer, den Sie in Ihrem Haushalt aufnehmen, pro Monat mit 189,55 Euro rechnen. Taschengeld des Au-pairs nicht bar auszahlen, damit das Finanzamt Ihre Kosten für das Au-pair auch anerkennt, sollten Sie das monatliche Taschengeld nicht bar auszahlen, sondern per Überweisung. So können Sie Ihre Zahlungen jederzeit nachweisen.
Das Finanzgericht Köln hat in einem Urteil 2013
(Aktenzeichen 15 K 2882/13) betont, dass Barzahlungen keinesfalls anerkannt werden, auch wenn ein Vertrag zwischen Familie und Au-pair besteht.

Sprechen Sie auf jedem Fall mit Ihrem steuerlichen Berater. Diese Hinweise dienen lediglich zu Ihrer Grundinformation zum derzeit aktuellen Rechtsstand und können eine Beratung nicht ersetzen.

von Diana Zubke (Aupair Agentur Zubke), aktives Mitglied des Aupair Society e.V.